Urlaub für die Felder Wochenbrief KW 35 2012

Während die meisten unserer Kunden diese oder nächste Woche wieder aus dem Urlaub zurückkommen, schicken wir ein Teil unserer Felder für ein bis zwei Jahre in die Ferien zur Erholung.  Wenn sie sich in einen Acker hineindenken, können sie sich vielleicht vorstellen wie anstrengend es für solch ein Feld ist, jedes Jahr hohe Erträge aus Boden, Licht, Nährstoffe und Wasser zu produzieren. Dazu kommt die Belastung, verursacht durch die Bodenbearbeitung, die Saat, die Pflege der Kulturen und durch die Ernte. Nach drei bis vier Jahren gönnen wir deshalb unseren Feldern eine Auszeit. Hierzu säen wir jetzt im Spätsommer ein Kleegrasgemenge auf die dafür vorgesehenen Felder. Das Kleegrasgemenge besteht aus Rotklee, Weißklee und verschiedenen Gräsern. In der Regel verbleibt ein solches Gemenge  ein bis zwei Jahre auf dem Feld. Während dieser Zeit findet keine Bodenbearbeitung statt, und auch der Kleegrasaufwuchs bleibt als Dünger nach dem Mähen auf dem Feld.  Durch die lange Bodenruhe kann sich der Boden in seinem Gefüge mit der Hilfe der Wurzeln des Kleegrasgemenges wieder stabilisieren. Das bedeutet, er wird widerstandsfähiger gegen Wind- und Wassererosion, und belastbarer für die doch sehr schweren Maschinen. Durch die zwei bis viermalige Mad im Jahr werden außerdem die Wurzelunkräuter wie Quecke, Ampfer und Distel zurückgedrängt und es reichern sich für die Folgekulturen Nährstoffe im Boden an. Insbesondere der Klee, als Leguminose ist hier ein wichtiger Baustein, denn die sogenannten Leguminosen haben die Fähigkeit, da sie in Symbiose mit Knöllchenbakterien leben, den Stickstoff aus der Luft pflanzenverfügbar zu machen. Wir Biobetriebe holen unseren Stickstoff aus der Luft und nicht aus dem Sack.

Nach ein bis zwei Jahren werden die Kleegrasfelder im Herbst umgebrochen. Nach dem Umbruch wird dann in der Regel das Feld mit Winterweizen bestellt. Dieser Umbruch darf nicht zu früh im Jahr erfolgen da ansonsten die Gefahr besteht, daß durch die Mineralisierung der organischen Substanz durch Bodenbakterien, zuviel wasserlösliche Nährstoffe im Boden vorhanden sind, die die Weizenpflänzchen nicht vollständig verwerten können. Diese ungenutzten Nährstoffe würden nämlich  dann durch Regen in das Grundwasser ausgeschwemmt und trügen somit zur Nitratbelastung des Grundwassers bei.

 

Auf unseren Feldern ernten wir diese Woche unsere Hokkaidokürbisse. Nächste Woche folgen dann die Butternutkürbisse, die Sweet-dumpling Kürbisse, die Ufokürbisse und zum Schluss kommen die Blau-günen Hokkaidos vom Feld.

Nächste Woche packen wir Rondinis in die Gemüsekisten. Das sind kleine, im Durchmesser etwa 10cm dicke Kürbisse mit einer sehr harten Schale. Bitte versuchen Sie nicht die Kürbisse zu schälen. Das geht nicht nur schief, sondern es endet auch in den meisten Fällen blutig. Am einfachsten bereiten die diese Rondinis folgendermaßen zu. Kochen Sie sie ganz einfach ca. 20 bis 30  min. in sprudelndem Wasser. Anschließen halbieren Sie sie, entfernen das Kernhaus und besteichen die Hälften mit Kräuterbutter und etwas Salz. Erwähnen will ich hier noch, daß es ganz wichtig ist, die Kürbisse vor dem Kochen mit einer Stricknadel anzustechen. Wird das nicht gemacht, explodieren Ihnen die Rondinis, wenn Sie Glück haben im Topf und wenn Sie Pech haben beim Halbieren in der Hand. Das mindert die Freude am Genuss dann doch erheblich.

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