Im Sommer Haitzen, was für ein Wahnsinn KW 30 2012

Liebe Kunden/innen

Ein Jahr der Extreme, was das Wetter betrifft. Zuerst kalt nass und sintflutartige Regenfälle, dann wie jetzt, ein Wetterumschwung in das Gegenteil, heiß und trocken wie in dieser Woche. Diese Hitze ist aber bei aller körperlicher Erschwernis auch ein ideales Erntewetter für unser Getreide und unser Heu. Diese Woche ernten wir Weizen und Roggen. Wenn es bis Samstag trocken und warm bleibt können wir auch noch den Hafer ernten. In diesem Jahr verengt sich viel Arbeit auf diese Woche. Da wir wegen der ungünstigen Witterung von den meisten Flächen noch keine Heuernte einbringen konnten steht auch jetzt neben der Getreideernte die Heuernte an. Doch im Gegensatz zu Früher, mit Früher meine ich ca. 25 bis 35 Jahre früher, ist sowohl die Getreideernte als auch die Heuernte weit weniger aufwändig und auch körperlich anstrengender wie damals. Daß das so ist, ist vorwiegend den besseren, größeren und auch ausgereifteren Maschinen zu verdanken. Früher packten wir das Graß nach dem Mähen oft noch von Hand mit der Gabel auf sogenannte Heinzen (auf schwäbisch waren das Haitza und die Tätigkeit nannte man haitza). Das waren Dreiböcke aus Holz die etwa 1,8m hoch waren und in einer Höhe von 50 cm mit Querstangen ausgesteift waren. Die ersten Grasbüschel wurden auf diese Querstangen gelegt. In der Mitte der Heinze musste man einen ca. 40cm großen Lüftungskanal aussparen, damit die warme Luft im Gras zirkulieren konnte um Dieses zu trocken. Oben drauf kam dann die sogenannte Kappe. Das wiederum war eine große Gabel Gras die als Abschluß so geschichtet wurde, daß der Regen nicht in das Graß bzw. Heu eindringen konnte, sondern ähnlich wie an einem Reddach oder Strohdach außen abläuft. Auf diese Art und Weise war es möglich ein Heu sehr guter Qualität zu erzeugen, da 90% des Grases im Schatten trocknete. Wenn dann nach zwei bis drei Wochen, je nach Witterung, das Gras zu Heu geworden war, war wieder Handarbeit angesagt, jetzt musste man das Heu mit der Gabel von den Heinzen auf Schwaden legen. Dann pressten wir das Heu mit einer Hochdruckpresse in kleine Ballen, die ca. 20 kg wogen. Das auf- und abladen so wie das Einlagern in der Scheune dieser Heuballen waren dann nochmals drei bis vier weitere Arbeitschritte. Durch diese Methode der Heugewinnung und Heubergung wurde das Ausfallrisiko, verursacht durch länger anhaltenden Regen, weitgehend minimiert. Heute hat man bei der Heugewinnung falls es regnen sollte immer noch die Möglichkeit das Gras auch wenn es noch nicht vollständig getrocknet ist als Silage zu bergen. Silage ist nichts anderes wie Sauerkraut mit Gras statt mit Kohl.

Unser Gemüse im Freiland und in den Gewächshäusern trotzt der sonnigen Hitze. Noch sind ja insbesondere im Freiland die Wasserbodenvorräte durch den Regen der vergangenen Woche sehr gut aufgefüllt. Insbesondere der Mais kommt mit dieser Hitze sehr gut zurecht.
Nächste Woche  ernten wir für Sie Möhren, Tomaten, Petersilie und Schnittlauch, Zucchini, Pattisonkürbis (Ufokürbis), Rote Beete, Paprika und Bundzwiebel.

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