Sind 95% genug Wochenbrief KW 14 2012

Liebe Kunden/innen.

Von Woche zu Woche kommt nun mehr Frühling in die Gemüsekiste.
Nächste Woche gibt es voraussichtlich schon die ersten Gewächshaussalate aus unseren Gewächshäusern, dazu kommen Radieschen, Ruccola, Dill und Schnittlauch. Kohlrabi und Mangold brauchen noch etwas Zeit und  Wärme.

Draußen auf unseren Feldern hoffen wir auf Regen über Ostern. Zum Einen täte das den bisher gesäten Kulturen natürlich sehr gut, und zum Anderen bringt der Regen die Unkräuter auf den Flächen zum Keimen auf welchen wir noch nichts ausgesät haben. Diese gekeimten Unkräuter können dann vor den nächsten Aussaaten durch einen Eggenstrich zerstört werden. Auch wenn einige Biokollegen die Unkräuter verniedlicht als Beikräuter bezeichnen bleiben diese Pflanzen für uns Unkräuter, denn eine erfolgreiche Unkrautbekämpfung ist im biologischen Gemüsebau ausschlaggebend für den Erfolg einer Kultur. Ich glaube in manchen Nächten träumt auch der überzeugteste Biogärtner von der Möglichkeit die Unkräuter wegspritzen zu können, wenn mal wieder alle Maßnahmen der mechanischen Unkrautbekämpfung versagt haben und das Gemüse von den beikrautigen Unkräutern überwuchert werden.

In unseren Gewächshäusern haben wir mit den Unkräutern weniger Probleme, da wir hier die Pflanzen in sogenannte Mulchvliese pflanzen, die das Unkraut unterdrücken. Lediglich in den Wegen muß das Unkraut von Hand  mit der Hacke entfernt werden.

Sicher haben auch Sie von dem Dioxinskandal in einem Legehennenstall in Norddeutschland gehört und gelesen. Noch weis man nicht wie hier die Kontamination der Eier erfolgte. Über das Futter, über den Boden der Freilaufflächen, über die Futterverteilanlage. Sicher muss man sich im ökologischen Landbau, in den Verbänden und Kontrollstellen die Frage stellen, warum, wenn Skandale auftreten, sie immer oder fast immer in den Bereichen der Geflügelhaltung stattfinden und zwar sowohl in der Geflügelmast wie auch in der Legehennenhaltung. Ein Grund dafür mag der sein, daß auch die Geflügelhaltung im Biobereich, abgesehen von den Auslaufflächen, oft Flächenunabhängig betrieben wird . Das bedeutet, diese Betriebe müssen ihr Futter zu 100% von anderen Betrieben kaufen bzw. sie kaufen das Futter von Futterhändlern und Futtermischbetrieben. Zum Anderen gibt es auch viele Biogeflügelhalter, die die Biogeflügelhaltung als Zweigbetrieb Ihrer konventionellen Geflügelhaltung bewirtschaften. Zudem sind im Bereich der Geflügelhaltung nach den EU Biorichtlinien immer  noch 5% Futter aus konventionellem Anbau erlaubt. Um die Futtermischungen zu optimieren, so sagen hier die Geflügelzüchter wäre dies notwendig. Anders ausgedrückt, damit ein Biohuhn, ähnlich wie ein konventionelles Huhn 300 Eier pro Jahr legt, müssen die Aminosäuren im Futter in einem genau definierten Verhältnis vorliegen. Die hierzu benötigten hochwertigen Eiweißfuttermittel wie zum Beispiel Maiskleber oder Sesam sind leider in biologischer Qualität, wenn überhaupt, dann nicht ausreichend vorhanden. Auf der anderen Seite muss man sich fragen ob es in diesem Zusammenhang sinnvoll ist biologisch angebauter Sesam aus Afrika in das Legehennenfutter zu mischen um die Hennen mit 100%  Biofutter zu füttern. Das sind die Widersprüche mit denen sich die Verbände des ökologischen Landbaues in den nächsten Jahren auseinandersetzen und letztendlich auch beantworten müssen.
Ein Verzicht auf diese 5 % konventioneller Futtermittel wäre durchaus möglich, hier allerdings mit folgenden Konsequenzen: Die Futterverwertung wäre schlechter, das Futter teurer, die Legeleistung niedriger = das Ei teuerer (ca 45 Cent/Ei). Meine Meinung hierzu ist, daß man sich in einem überschaubaren Zeithorizont, der hier durchaus 5 bis 10 Jahre betragen kann, auf die 100% Biofutter im Geflügelbereich zu bewegen muss.

Auch auf unseren Baustellen geht es voran. Diese Woche wurden die letzten Vorbereitungen  für die entgültige Herstellung der Bodenplatte abgeschlossen und auch endlich die Haupteingangstüre eingebaut.

Ich wünsche Ihnen in frohe Ostern.

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