Bautagebuch: nur nicht zum Rumpelstilzchen werden

Diese Woche setzte die Tiefbaufirma ihre Arbeiten fort. Noch sieht man nicht viel auf der Baustelle außer Dreck und Schlamm und was man sieht, das seiet man nur kurz, ja man muss schnell gucken um zu erkennen was hier alles passiert. Denn das was passiert wird kurz darauf wieder mit Erde, Schotter und Splitt zugedeckt. Zur Zeit werden die Abwasserrohre verlegt. Die Trennung von Schmutz- und Niederschlagswasser machen diese Arbeiten sehr aufwändig. Und immer muss man dabei sein. Trotz Architekt, Bauleiter und Vorarbeiter. Der gibt ja wirklich sein bestes. Da dieser Neubau ein Anbau an die bestehende Halle ist, müssen natürlich auch die Regenwasserableitungen in das neue Abwassernetz eingebunden werden. Da man als Laie nicht so Planversiert ist wie ein Architekt oder ein Baumensch fallen einem solche Dinge erst während der Bauphase auf.  Der Architekt wollte die Regenwasserableitungen der bestehenden Halle durch das Flachdach des Neubaues Ableiten. Na ja ich fand das keine so gute Idee, zwei zusätzliche Durchbrüche im Flachdach, das ist erstens nicht gut und Zweitens stören diese Leitungen im laufenden Betrieb zumal eine durch ein Kühlhaus geführt hätte. Nun leiten wir das Wasser  über das Flachdach der neuen Halle über deren Entwässerung ab.  Das ist geklärt.  Gespannt bin ich auch, wie die Baufirma die Abwasserrinnen und die Bodenabläufe in der Halle einbaut. 20 m Rinnen und 12 Abläufe aus Edelstahl mit der Vorgabe, daß der Betonboden zu den Rinnen und Abläufen 1% Gefällle aufweist. Ich weiß, 2% wären Besser 3% viel besser und 4% am Besten. Aber dann braucht man wieder eine Rutschfestigkeitsklasse auf der Bodenoberfläche, die einen dann eher an ein Mittelgebirge erinnert. Und wer mal 2,5m hohe Paletten auf 3 % Gefälle bewegt hat, der kennt zum einen die Trägheit der Masse und zum zweiten kennt er die Angst von den obersten Kisten der Palette erschlagen zu werden, weil sie bei 2,5m Höhe an der Spitze bis zu 10 cm schief steht.
So gesehen ist 1% die Vorgabe bei 0 Toleranz auf der Fläche. Das ist die Aufgabe.
Morgen werden die letzten Leerrohre für die Stromzuleitungen verlegt. Auch hier haben wir 1000€ in den Sand gesetzt bzw an die Decke genagelt. Vor einem Jahr haben wir schon in einer voreilenden Gewissheit und Sicherheit eine Stromzuleitung verlegt. Leider an der Decke im dem Gang der nun als Fluchtweg ausgewiesen ist. Und nun  sind wir um die Erkenntnis reicher,  daß in einem Fluchtweg keine Stromzuleitung sein  darf.
Ich glaube mittlerweile um  sich nicht zu sehr zu ärgern muss man sich in solch einer Bauphase eine gewisse fatalistische Grundhaltung zulegen um nicht als Rumpelstilzchen zu enden.

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Eine Antwort auf Bautagebuch: nur nicht zum Rumpelstilzchen werden

  1. Thorsten sagt:

    In manchen Situationen fällt es einem einfach schwer ruhig zu bleiben, aber das ist doch wohl nachvollziehbar. Aber man muss sich trotz allem eine gewissen Gelassenheit angewöhnen, denn bei vielen Dingen kann man einfach nichts ändern.

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