Wochenbrief KW 50 2011 Jahresrundbrief

Liebe Kunden/innen

Dieses Jahr haben wir uns viel vorgenommen, viel erreicht und das was wir nicht umsetzen konnten nehmen wir ins neue Jahr mit.

Neben den ganz normalen Tätigkeiten, dem Tagesgeschäft, war das Jahr geprägt von unseren geplanten Baumaßnahmen. Schon im September 2010 begannen wir mit der Planung und hofften im September dieses Jahres die Baumaßnahmen abschließen zu können. Obwohl wir schon viel gebaut haben, eigentlich immer am Bauen, Umbauen und renovieren sind, war dieser Bauabschnitt sehr viel komplizierter. Komplizierter, nicht von unserer Seite, kompliziert wurde er, weil sich mit der Einreichung des Bauantrages plötzlich eine mir bislang unbekannte Anzahl von Behörden und Ämtern für diesen Vorgang interessierten. Gewerbeaufsichtsamt, Vetrenäramt, untere Naturschutzbehörde, das Landwirtschaftsamt, das Wasserwirtschaftsamt, und die Baurechtsbehörde der Stadt Vaihingen an der Enz mit der Zuständigkeit für den Brandschutz.  Mitte September dieses Jahres bekamen wir endlich die Baufreigabe. Am problematischsten war der Brandschutz. Diese Auflagen verteuern die geplanten Maßnahen erheblich.

Aus einem  viehhaltenden Landwirtschaftsbetrieb haben wir uns in den lezten 25 Jahren zu einem viehlosen Gemüse- und Ackerbaubetrieb entwickelt, etwas später begannen wir mit dem Lieferservice, dann kam mit dem Einstieg von Familie Jungclausen die Geflügelhaltung und die Geflügelschlachtung dazu. Alles hat sich sehr langsam entwickelt. Und so verschachtelt wie die Zuständigkeiten entwickelten, so verschachtelt entwickelte sich auch die räumliche Aufteilung. Das Ziel unserer Baumaßnahmen ist die Verschachtelung zu entwirren. Hierzu haben wir ein Raumkonzept geplant das durch eine Trennung der Arbeitbereiche Erzeugung, Verapacken und Kommissionierung , auch zukünftigen hygienischen Anforderungen gerecht wird. Konkret bauen wir folgendes: Eine Überdachung der Auslieferungszohne. Ein Neubau in welchem Fleisch und Käse verpackt wird mit den dazugehörigen Kühlhäusern für Käse und Fleisch. In diesem Neubau ist auch das Anlieferungskühlhaus und der Bereich Gemüseverpackung und -Verarbeitung untergebracht. Im Bestand verlegen wir das Auslieferungskühlhaus in die direkte Nachbarschaft zur Packhalle in welcher  die Gemüsekisten gepackt werden und das Trockenlager verlegen wir in das aufgegebene Kühlhaus und aus dem Trockenlager werden die Umkleiden für unsere Mitarbeiter.

Aus der Sicht des Gärtners war das Jahr von 2 Extremen geprägt. Das war zum einen die sehr lange, bis in den Frühsommer anhaltende Trockenheit und die in diesen Tagen endende Trockenheit von Oktober bis Anfang Dezember. Während die letztgenannte Trockenheit uns weniger zusetzte, waren unsere Nerven im Frühjahr und Frühsommer oft bis zum zerreisen gespannt. Na ja, es gibt eben keine Gewähr dafür, daß es am nächsten Tag oder in der nächsten Woche regnet. Trotzdem und zu unserer großen Überraschung entwickelten sich unsere Gemüsekulturen und Feldbestände, nach den dann doch einsetzenden Regenfällen, überraschend gut. Natürlich waren die Erträge etwas geringer, aber nach einem erwarteten Totalausfall war das  was wuchs ein großer Gewinn für uns. Manche Kulturen, wie zum Beispiel Mais, hatten sogar außerordentlich gute Erträge. Es stand auf Messers Schneide, noch zwei bis drei Wochen Trockenheit im Frühsommer und wir hätten bei vielen Kulturen im Freiland einen Totalausfall erlitten. Das ging Gott sei Dank noch mal gut. Die Trockenheit im Herbst war und ist nicht so dramatisch. Die meisten unserer Kulturen waren reif und schon abgeerntet. Für die Aussaat des Wintergetreides war zum Ende der Herbstrockenheit die Bodenbearbeitung etwas erschwert, da solch trockene Böden nur mit einem großen Aufwand und Maschinenverschleiß bearbeitet werden können.
Da  wir in unseren Gewächshäusern künstlich bewässern war natürlich dieser Betriebszweig nicht von der Trockenheit betroffen. Hier war es eher so, daß durch die Trockenheit der Krankheitsdruck auf die Pflanzen geringer war.  Je trockener die Luft ist, je weniger Probleme gibt es mit Pilzkrankheiten im Gewächshaus.
Wir sind, dank Ihnen, in der glücklichen Situation, daß wir fast 100% unserer Ernte aus dem Gemüsebau über unseren Lieferservice vermarkten können. Theoretisch könnten wir Ihnen noch viel mehr Produkte aus eigener Erzeugung anbieten, aber zum einen sind wir mit unseren Gebäuden, Lagerflächen und Arbeitskräften an der Kapazitätsgrenze und zum anderen haben wir auch Verpflichtung gegenüber den Kollegen/innen mit denen wir schon seit vielen Jahren vertrauensvoll zusammenarbeiten. Wie zum Beispiel der Biolandbetrieb Betzler, der uns mit Äpfel beliefert, oder der Biolandbetreib Burger von dem wir unsere Möhren beziehen, der Biolandbetrieb Seemann erzeugt Erdbeeren und vom Biolandbetrieb Dillmann bekommen wir Himbeeren. Dieses Netzwerk funktioniert, es entlastet uns und es ist sicher, da wir alle Erzeuger persönlich kennen. Insbesondere vor dem Hindergrund des gegenwärtigen Bioskandal in Italien finden wir den persönlichen Kontakt zu unseren Lieferanten, die regionale und eigene Erzeugung wichtiger den je.
In einem kleinen Umfang werden wir uns im nächsten Jahr wieder an neue Produkte und Nischenprodukten heranwagen. Voraussichtlich werden wir eigene Petersilienwurzel und Honigmelonen anbauen. Probieren wollen wir außerdem im kleinen Umfang den Anbau von Okra

Auch unser Lieferservice entwickelt sich dank Ihnen, unseren Kunden, sehr gut. Wir wachsen langsam, kontinuierlich und sehr organisch. Das ist gut so. Was uns besonders freut ist, daß wir die meisten unserer Neukunden  durch eine Empfehlung unserer  Altkunden gewinnen können. Hier sage ich einfach mal Danke. Im Lieferservice planen wir im nächsten Jahr keine durchgreifende Veränderungen. Durch unsere begonnenen Um- und Neubaumaßnahmen vollen wir ihnen allerdings umfangreicheres Angebot im Trocken-, Käse- und Fleischbereich anbieten.

Wie in diesem Jahr wollen wir Sie auch im Jahr 2012 zu unseren Hofinfotagen einladen. Die genauen Termine erfahren Sie über unsere Rundmail. Auf diesen Hofinfotagen können Sie einen Einblick in unsere Arbeit auf unserem Hof erlangen. Im Gegensatz zum letzen Jahr werden wir nur 2 Hofinfotage veranstalten. Einer im frühen Frühsommer und den anderen im Herbst. Dazwischen wollen wir allerdings noch kleinere Führungen anbieten

Dieses Jahr hatten wir 4 Jubiläen: Vor 50 Jahren erbauten unsere Eltern unseren Hof, vor 40 Jahren stellten Sie den Betrieb auf den ökologischen Landbau um. Vor 25 Jahren übernahm ich den Betrieb und wurde in diesem Jahr 50. Und vor 20 Jahren begannen wir mit unserem Lieferservice. Zu jedem dieser Jubiläen könnte man einige Seiten schreiben, da das jedoch den Umfang des Jahresrundbriefes sprengen würde, werde ich ihnen darüber im nächsten Jahr das wichtigste mitteilen.

Die rechte Hand sollte zwar nicht wissen was die Linke tut, trotzdem hier zur Info.: Wir werden wie jedes Jahr keine Weihnachtsgeschenke an Sie verteilen. Statt dessen spenden wir einen entsprechenden Betrag an Terre des homes für Projekte in Burkina Faso.

Für das neue Jahr wünschen wir uns ein etwas ausgeglicheneres Wetter für unseren Anbau. Für unseren Lieferservice wünschen wir uns viele neue Kunden.
Ihnen wünschen wir ein glückliches Jahr 2012.

Nach Weihnachten machen auch wir eine kleine Pause. Vom 24 Dezember 2011 bis zum 07.01.2011 machen wir Betriebsferien. Ab dem 05.01.2012 sind wir telefonisch wieder für Sie erreichbar und werden ab diesem Zeitpunkt auch wieder Ihre Nachrichten die Sie uns per e-mail zukommen lassen beantworten.

Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang, daß wenn Sie im 14-tägigen Rhythmus beliefert werden und Sie in der KW 51 2011 (das ist die Weihnachtswoche) beliefert werden, dann bekommen Sie Ihre nächste Lieferung erst in der KW 3 2012. Wenn Sie schon in der KW 2 2011 beliefert werden wollen, lassen Sie uns das bitte wissen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen 3.Advent.

Grüße
Michael Braun

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