Bautagbuch: 15.12.11 Augen zu und Durch

Als die Baufirma diese Woche mit dem großen Bagger anrückte war ich froh, daß meine Frau nicht zuhause war. Noch froher war ich, weil ich wusste, daß sie erst nach einbruch der Dunkelheit zurückkehrte. Denn heute war der Tag des Baggers. Der Bagger grub einen 2 m tiefen und 1 m breiten und 10 m langen Graben. Durch den Garten von Ingeborg, meiner Frau. Obwohl sich die Baufirma sehr viel Mühe machte nicht zuviel zu zerstören, ist ein Graben ein Graben und daneben zwei Berge mit Aushub, zwei Berge mit Aushub, so macht man in einer Stunde aus einem Garten eine Baustelle.

Sie trug es mit Fassung, als sie die Bescherung am nächsten morgen sah.

In diesen Graben wurden die Leerrohre für Strom und Frischwasser verlegt und darüber die Rohrleitung für den Schnutzwasseranschluss an die Kanalisation. Diese Arbeiten führten wir am Montag dieser woche durch, heute ist dieser Graben weitgehend verfüllt. Die Narben im Garten brauchen wohl ein bis zwei Jahre zum verheilen.

Zur Zeit sind die Arbeiter damit beschäftigt auf der Baustelle gräben für die Entwässerung zu graben. Da wir auf einer kleinen Fläche relativ viele Entwässerungspunkte haben und wir zusätzlich Schmutz und Regenwasser getrennt erfassen und ableiten ist das ein nicht so unkompliziert wie es aussieht. Die Entwässerungsanschlüsse müssen zumindest mit einer Toleranz von 0,5 cm genau an der vorgegebenen Stelle sitzen. Wen ich mir diese Baustelle voller Hügel Berge und Löcher mit den dazwischen laufenden Rohe anschaue zweifle ich manchmal ob das auch so hinhaut. Der Vorarbeiter Herr T. war nicht mehr gut auf mich zu sprechen als ich Bauleiter Herr D.  auf die Baustelle holte um mit Herr T. die Pläne nochmals vor ort zu besprechen. Mittlerweile hat er sich beruhigt und ich muss hier auch mal sagen, diese Arbeit in den Gräben bei diesem Wetter ist keine einfache und noch weniger eine angenehme Arbeit. Es ist bestimmt einfacher einen Tisch zu schreinern als unter diesen Umständen, im Dreck im Graben, Rohre zentimetergenau zu verlegen. Das Dilemma dieses Berufes ist, daß wenn die Betonplatte gegossen ist, nichts mehr von dieser Arbeit sichtbar ist. Und dazu noch die täglichen Änderungen die erst beim Bauen auftauchen. Geplant war, die Entwässerung der bestehenden Halle durch das Flachdach des Neubaues zu führen. Da ich das so nicht für Sinnvoll hielt entwässern wir jetzt über die Gullis des Flachdachentwässerung.

Heute Nacht ist Sturm und Regen angesagt, ich denke, daß wir vor Weihnachten  nicht mehr viel weiterkommen. Die Baufirma muss allerdings morgen noch die Frischwasserzuleitung Frostsicher machen.

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