Ananas statt Spende Wochenbrief KW 46 2011

Liebe Kunden/innen

Diese Woche hatten wir die ersten Nächte mit relativ strengem Frost.
Minus 5° C überlebt jetzt nur noch Wirsing, Grünkohl, Rosenkohl, Spinat und Pastinake.
Alle anderen Kulturen die jetzt noch im Freiland auf den Feldern ohne Schutz durch eine Folie oder ein Vlies stehen, erfrieren bei diesen Temperaturen.  Das hat natürlich auch Auswirkungen auf unser Angebot  für Sie. Freilandsalate, Bundzwiebel, Fenchel, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli sind regional bzw. aus Deutschland nicht mehr verfügbar. Trotzdem verfügen wir zur Zeit noch über ein der Jahreszeit angemessenes umfangreiches Sortiment aus eigenem und regionalem Bioanbau. In unseren Gewächshäusern wächst Kresse, Wegerich, Blutampfer, Postelein und Feldsalat. Im Freiland steht noch erntefähiger Spinat, den wir wenn es nicht sehr viel kälter wird in ein bis zwei Wochen ernten können. Auch der Mitte Oktober im Freiland gesäte Spinat verträgt Temperaturen bis Minus 20°C. Dieser Spinat ist zur Ernte im Frühjahr 2012 vorgesehen. In unserem Lager haben wir Kübisse eingelagert.  Neben der eigenen Ware, beziehen wir ein umfangreiches Sortiment von unseren Kollegen, die sich auf die Einlagerung von Wintergemüse spezialisiert haben, oder auch über moderne heizbare Gewächshäuser verfügen. Kräuter und Kohl beziehen wir von der Biolandgärtnerei Landes aus Heilbronn, Pastinaken von dem Demeterhof Waldbauer aus Hochdorf, Möhren von unserem Biolandkollegen Albert Burger aus Nussdorf.
Manche unserer Kunden fragen uns, warum wir nicht mehr, oder sogar nur auschließlich regionale Bioprodukte anbieten. Zur Zeit wäre das sogar noch möglich, allerdings auch schon jetzt mit erheblichen Einschränkungen was die Vielfalt betrifft. Ab Februar bis Ende April würde sich unser Angebot auf Wurzelgemüse und Kohl reduzieren. Das ist durchaus eine Möglichkeit sich verantwortungsbewusst zu ernähren.
Auf der anderen Seite müssen wir auch bedenken, daß unser derzeitiger Wohlstand sehr exportorientiert ist. Für uns ist es geradezu selbstverständlich, daß wir unsere industriellen Erzeugnisse in alle Welt verkaufen. Der Import von Lebensmittel schafft hier einen gewissen Ausgleich in den Handelsbilanzen. Die Existenz vieler Südeuropäischer Landwirte und Gärtner hängt unter anderem auch davon ab, ob wir im Winter deren Waren kaufen. Auch ist einem Bauer in Togo mehr damit gedient, wenn wir seine Ananas kaufen und essen, als wenn wir im eine Spende geben.
Ich rede hier nicht dem Maßlosen Import von Lebensmittel das Wort. Wir handeln nach folgendem Grundsätzen bei der Auswahl unseres Angebotes:
Die Lebensmittel müssen aus ökologischer Erzeugung sein.
Erzeugnisse aus eigenem Anbau bevorzugen wir.
Regionale Erzeugnisse habe Vorrang vor einem überregionalen Angebot.
Bei der Abwägung spielt  natürlich auch immer die äußere und die innere Qualität der Ware eine Rolle. Ein regionaler Weißkohl, der 3,5 kg wiegt lässt sich nicht verkaufen. Regionale Äpfel, die durch eine schlechte Lagerhaltung innen braun sind verspielen ihren regionalen Vorteil.
Und letztendlich spielt auch der Preis eine Rolle. Dieser Punkt spielt zum Glück bei uns eine untergeordnete Rolle, da wir mit den meisten Kollegen, von denen wir Ware beziehen eine langjährige Partnerschaft pflegen. Sie können das zum Beispiel an unseren Preisen für Äpfel und Möhren sehen. Solange wir von unseren Partnern diese Produkte beziehen sind die Preise stabil und günstig. Nicht auf Discounter Niveau, aber doch zumeist günstiger als im Biosuppermarkt oder im Lebensmitteleinzelhandel. Das Gleiche gilt natürlich auch für die Produkte die  wir auf unserem Betrieb selbst erzeugen.

Nächste Woche packen wir in unsere Gemüsekisten: Wegerichsalat, Feldsalat, Kürbis (diese Produkte sind aus eigener Erzeugung) dazu kommen, Lauch und Rote Beete (Otto Elser aus Hochdorf) und Blumenkohl (Frankreich) und Schwarzwurzel (Holland).
Die Deutsche Blumenkohlsaison ist vorüber, und nach Weißkohl und Schwarzkohl in der letzten und vorletzten Woche, ist Blumenkohl eine kleine Abwechslung im Speiseplan. Schwarzwurzel werden in Deutschland nicht angebaut, da auf den Schwarzwurzelfähigen Flächen die Bauern lieber Spargel anbauen. Wir probierten einmal vor Jahren diese Kultur, aber unsere Böden sind für eine sichere Ernte zu schwer (es ist zu viel Ton im Boden) und zu steinig.

Ich wünsche Ihnen ein schönes nicht zu kaltes Wochenende.

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