Betriebsbesuch in der Hofmolkerei Blessing in Wiernsheim Wochenbrief KW 43 2011

Liebe Kunden/innen

Wir bauen auf unserem Betrieb sehr viel selbst an. Es sind bestimmt 40 bis 60 verschieden Kulturen im Jahr. Dazu kommen Landgockel, Puten, Gänse und Enten, die Hofmetzgerei, der Hofladen und der Lieferservice. Um Ihnen ein, über das ganze Jahr hinweg, umfassendes Sortiment bieten zu können, kaufen wir auch sehr viel Produkte von Bioland- und Demeterbetrieben aus der Region dazu.
Viele dieser Betriebe sind Spezialisten für ein Produkt oder eine Produktgruppe. Jedes Jahr besuchen wir 1 bis 2 dieser Betriebe mit unseren Mitarbeitern um den Produkten die wir von diesen Betrieben beziehen ein Gesicht zu geben. Vor zwei Wochen besuchten wir in diesem Jahr den Biolandbetrieb Blessing aus Wiernsheim. Von diesem Milchviehbetrieb beziehen wir ein umfangreiches Milch- und Käsesortiment, das in der kleinen hofeigenen Käserei selbst hergestellt wird.

Lesen Sie hier den Bericht unserer Mitarbeiterin und Käsefachfrau Andrea Essig über die Exkursion in die Käserei beim Biolandhof Blessing

Klein aber Fein !

Ein schöner Spätsommertag und ein paar neugierige Damen vom Biohof-Braun-Team auf dem Weg zur Käseherstellung beim Biohof Blessing in Wiernsheim.

Nach einem herzlichen Empfang durch Regine und Jörg Blessing wurden wir direkt zur Produktionsstätte geschleust. Im Vorraum der Käserei mussten wir uns noch vorschriftsmäßig “verkleiden” d.h. Haarnetz u. Überschuhe anziehen, denn Hygiene ist oberstes Gebot!

In der Käserei erwartete uns bereits eine Mitarbeiterin des Hofes, die zusammen mit Jörg Blessing die Produktion des Käses startete.

In einer riesigen Edelstahlwanne mit 550 liter auf 63 Grad vorgewärmter Milch ( die Milch bleibt eine halbe Stunde bei dieser Temperatur und wird dann auf 40°C abgekühlt ) hatte die Mitarbeiterin schon vor 1 Stunde 140ml Kälberlab und 7 liter eigener Blessing Joghurt der Milch zugeführt. Durch das Lab-Enzym wird der Prozess der Gerinnung (ohne daß die Milch sauer wird) in Gang gesetzt.

Die Milch ist jetzt wie Pudding oder in der Fachsprache die Dickete oder Garlete. Nun muss vorsichtig die Dickete geschnitten werden, dies erfolgt mit einer Käse-Harfe die den Bruch wie die Masse nun genannt wird in kleine oder größere Teilchen schneidet (je kleiner desto fester später der Käse).

Jörg Blessing erklärte und zeigte uns wie man aus der großen Menge Bruch nun verschiedene Käsesorten herstellt. Er schöpfte einen Teil der Masse ab und vermischte die Menge in einer separaten Wanne mit z.b. frischen Kräuter oder Kümmel und befüllte die bereitgestellten Käseformen mit der Mischung. – an dieser Stelle durften auch wir in Aktion treten, jede konnte sich eine kleine Käseform befüllen und nach kurzem absetzten also nach Austritt der Molke einmal in der Form drehen – was gar nicht so leicht war.- das Drehen der großen Käselaibe übernahmen Jörg Blessing und seine Angestellte.

Nachdem der ganze Käsebruch abgeschöpft ist, bleibt als Nebenprodukt die Süßmolke übrig. Aus 550 liter Milch wird 55 Kilo Käse und der Rest ist die Molke, diese wird bei Blessings an die Schweine verfüttert oder weggeschüttet. In den Verkauf geht nur sehr wenig Molke.
Nach dem ersten Drehen in der Form werden die Käselaibe durch eine Druckmaschine langsam von der Molke befreit – dies dauert mehrere Stunden.
Um die gepressten Laibe haltbar zu machen müssen sie ca. 30 Std. in ein Salzbad gelegt werden. Nach diesem Arbeitsschritt werden die gebadeten Käselaibe in der Reifekammer gelagert und bis zum Verkauf 3x pro Woche mit Salzwasser abgebürstet.
die kleinen Laibe die wir machen durften kommen nur kurze Zeit ins Salzbad, sind deshalb auch nicht lange haltbar und sollen schnell verzehrt werden – was wir selbstverständlich machen werden!

Nach dieser tollen Käse-Live-Show, zeigt uns Jörg Blessing noch den Hof mit seinen 50 Milchkühen, Jungvieh, Schweinen und seiner hofeigenen Biogasanlage.

Zum Abschluß dürfen wir noch verschiedene Käse probieren und frische Milch dazu trinken. ein wahrer Genuss.
Nach einem Blick und Einkauf in den Hofladen den Regine Blessing betreibt fahren wir wieder in Richtung Aurich, mit dem guten Gefühl etwas wirklich sehr gutes gegessen und produziert zu haben,
eben – klein aber fein – !

Vielen dank an Regine und Jörg Blessing, war super informativ und eindrucksvoll!

Grüße Michael Braun

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