Wochenbrief KW 03 2011

Liebe Kunden/innen.

Diese Woche werden wir die  ersten Gewächshäuser für die Frühjahrsaussaat in den Gewächshäusern vorbereiten. Nach der Feldsalaternte lassen wir den Boden zwei Wochen abtrocknen, dann wird das Gewächshaus mit der Schlepper gefräst. Anschließend wird das Gewächshaus wieder geschlossen und die Lüftung wird ausgeschaltet, so dass selbst bei Sonnenschein die Lüftungsklappen nicht öffnen. Dadurch erwärmt sich der Boden bis zur Pflanzung oder bis zur Aussaat bis Ende Februar.

Noch ein paar Sätze zum Dioxinskandal.
Die Größe einer Tierhaltung steht nicht unbedingt im Zusammenhang damit wie verantwortungsvoll mit den Tieren und deren Fütterung umgegangen wird. Aber wahr ist auch, je größer ein Betrieb ist, je mehr Futter er zukaufen muss, je mehr beeinflusst der Preis für das Futter in absoluten Zahlen auch das Betriebsergebnis. Bei einem Preisunterschied von 20€ je Tonne liegen  eben zwischen einem Betrieb der 100 Tonnen Futter verbraucht und einem Betrieb der 10000 Tonnen Futter verbraucht die Mehr- oder Minderkosten bei 2000€ oder bei 200 000€.  Diese Zahlen machen manche anfällig billig einzukaufen. Diese Billigmacherei zieht sich wie ein roter Faden vom Futtermittelhändler über den Landwirt bis zum Verbraucher.
Aber auch hier ist es wie mit der Henne und dem Ei und der daraus resultierenden Frage: wer war zuerst da. Der Landwirt der billig produziert oder der Verbraucher der billig einkaufen will?

Deshalb müssen  in  einem Wirtschaftssystem wie dem unseren, das auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist,  alle Bereiche die unter die Daseinsvorsorge fallen, wie Gesundheit und Lebensmittel, stärker zum Schutz der Verbraucher reglementiert werden.
So wehrt sich zum Beispiel die Futtermittelindustrie seit Jahren gegen eine exakte offene Deklaration der Futtermittel. Offene Deklaration bedeutet, dass der Landwirt die exakte Futtermittelzusammensetzung des Futters vom Lieferanten mitgeteilt bekommt. Die Futtermittelindustrie argumentiert, dass mit der offenen Deklaration ihr geistiges Eigentum verletzt wird, da sie ihre Rezepturen veröffentlichen müsste. Obwohl ich weis, dass auch eine offenen Deklaration der Futtermittelmischungen keinen Skandal verhindert, meine ich dass die  Gesundheit der Tiere und des Verbrauchers hier Vorrang vor dem Interesse der Futtermittelindustrie haben müssen.

Irgendwie scheint es mir aber bisher umgekehrt zu sein.

Nächste Woche packen wir in unsere Gemüsekiste: Sellerie, Postelein
Grünkohl und Schwarzer Rettich. Ich bitte alle die den Grünkohl aus ihrer Gemüsekiste ausgeschlossen haben. Probieren Sie diesen wunderbaren  Kohl, der dem Frost wie kein anderer trotz.

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Eine Antwort auf Wochenbrief KW 03 2011

  1. Dirk sagt:

    Hallo, Herr Braun,

    danke für die Informationen rund um Dioxin und biologischen Landbau generell.

    Wenn ich im Supermarkt bin und sehe, welches Kaufverhalten die meisten Kunden an den Tag legen (und das gilt nicht nur, aber insbesondere auch für Lebensmittel), dann lautet das Motto vieler Käufer “Je billiger, desto besser!”

    Dass gute Qualität auch ihren Preis hat (und damit “preiswert”, aber eben nicht einfach “billig” ist), ist nicht jedem Kunden klar. Gerade bei Fleisch wird oft schlechte Qualität zu einem “unschlagbaren Preis” angeboten. Ich persönlich esse lieber ein gutes Stück Fleisch zu einem angemessenen Preis als schlechtes Fleisch zu einem (vergleichsweise) geringeren Preis.

    Für Obst und Gemüse gilt das Gleiche: Was nützt mir billiges Obst und Gemüse, das im Supermarkt schon zig Mal betatscht wurde oder einfach nicht schmeckt?

    Und wenn dann noch solche Skandale ihre Kreise ziehen…übrigens: Im Supermarkt waren in den letzten Tagen sämtliche Bio-Eier ständig ausverkauft…woher das wohl kommt?

    Liebe Grüße, und weiter so,

    Dirk

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