Stellungsnahme zum Dioxinskandal von unseren Eierlieferanten vom Jagsthof

Liebe Kunden/innen

Diese Woche erhalten Sie eine Stellungsnahme zur aktuellen Diskussion über den Dioxinskandal von unseren Eierlieferanten Martina Mast und Martin Häring.

Bei  uns auf dem Hof ist es diese Woche ruhig. Trotz  der langen und kalten Frostperiode über Weihnachten und den Jahreswechsel konnten wir diese Woche Feldsalat ernten. Die nächsten zwei Wochen gibt es kein Feldsalat, aber wenn es so warm bleibt wie heute am Donnerstag kann sich die Ernte auch noch um eine Woche verkürzen.

Grüße
Michael Braun

Hier die Stellungsnahme von Martina Mast und Martin Häring vom Jagsthof zum Dioxinskandal
Westhausen, 09.01.2011

1.    Änderung im Hühnerfutter
2.    Bio-Betriebe vom aktuellen Dioxinskandal nicht         betroffen

Sehr geehrte Eierkundschaft,

1.    seit drei Jahren füttern wir als einer der wenigen Bio-Betriebe in Deutschland unsere Hühner mit 100% Bio-Futter. Leider haben wir jetzt diese Pionierarbeit unterbrechen müssen und mischen dem Hühnerfutter – wie die meisten anderen Bio-Hühnerhalter – wieder 5 % konventionellen Maiskleber bei. Denn in den letzten Monaten sind die unverzichtbaren Eiweißkomponenten, nämlich Ölkuchen aus der Speiseölherstellung von Soja, Sonnenblumen, Sesam und Lein äußerst knapp geworden; d.h. sie sind zeitweise gar nicht oder nicht in der notwendigen Qualität zu erhalten. Dies führt zu stark wechselnden Futterqualitäten, was für  Hühner sehr stressig und gesundheitlich riskant ist. Wir wollen dies unseren Hühnern nicht mehr länger zumuten und sind zu dem Entschluss gekommen, dass diese    5 % konventioneller Anteil  und dafür gleichmäßige Qualität im Futter das kleinere Übel darstellt.                                                                                                                        Für Sie hat das den Vorteil, dass eine Preiserhöhung wegen gestiegener Futterkosten vorläufig vermieden werden kann.

2.    Von dem aktuellen Dioxinskandal sind Bio-Betriebe nicht betroffen. Über mehrere Handelsstufen und offensichtlich mit viel krimineller Energie wurden in Norddeutschland technische Fette Futterfetten beigemischt und an konventionelle Mischfutterwerke verkauft. Vorher wurden diesen technischen Fetten dioxinhaltige Substanzen aus noch unbekannter Quelle beigemengt, vermutlich, um Entsorgungskosten zu sparen .                                                                                       In der Bio-Tierhaltung sind solche Vorgänge nicht vorstellbar, es dürfen nur reine Pflanzenöle aus biologischem Anbau verwendet werden.

Von solchen Machenschaften abgesehen muss man leider zur Kenntnis nehmen, dass es keine absolute Dioxinfreiheit mehr gibt. Bei Hühnern hat sich der Boden als Hauptbelastungsquelle herausgestellt. Wir gehen aber aus folgenden Gründen  davon aus, dass die Dioxinbelastung in unseren Jagsthof-Eiern weiterhin sehr gering bleibt:

·    Der Jagsthof liegt in einer ländlichen Gegend im Ostalbkreis, so dass nur eine geringe    Dioxinbelastung der Böden zu erwarten ist
·    Schon um Anreicherung von Nährstoffen und Krankheitskeimen im Boden zu vermeiden, legen wir großen Wert darauf, dass die Hühner sich im ganzen Auslauf verteilen und der ganze Auslauf grün bleibt. Deshalb haben wir ein aufwendiges System von Auslauftunnels, mobilen Schutzdächern und Schattennetzen aufgebaut, das den Hühnern auf der ganzen Wiese Schutz vor Habicht und Sonne bietet. Ein abgefressenes Stück Wiese kann mit dem mobilen Steckzaun ausgezäunt werden  und alle zwei Jahre bekommen die Hühner eine ganz frische Wiese zugeteilt, die mit einer speziellen Mischung von für Hühner interessanten Klee- und Kräuterarten eingesät wurde.
·    Wir haben einen großzügigen überdachten Auslauf, weswegen wir die Hühner bei nassem Boden (der für sie besonders anziehend ist) nicht auf die Wiese lassen müssen.

Die Hühner nehmen bei uns also sehr wenig Erde auf, weil sie immer einen attraktiven Pflanzenbewuchs zur Verfügung haben und  bei schlechtem Wetter nicht raus dürfen. Deshalb sehen wir keinen Grund,  der einen erhöhten Dioxingehalt in unseren Eiern befürchten ließe,  zumal in den letzten Jahren  unsere Eier mehrfach, auch von amtlicher Seite untersucht wurden, jeweils ohne Beanstandung.

Viele Grüße von
Martin Häring und  Martina Mast

Jagsthof, 73463 Westhausen, Tel. 07363/5401, Fax. 07363/921030, www.Jagsthof.de

Dieser Beitrag wurde unter Wochenbrief veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten auf Stellungsnahme zum Dioxinskandal von unseren Eierlieferanten vom Jagsthof

  1. Markus sagt:

    Danke für die Informationen.

    Diese Stellungnahme zeigt einmal mehr, dass es nicht genügt durch den Kauf von Biogemüse und -eiern seine Hände in Unschuld zu waschen, sondern dass jeder einzelne durch sein Handeln zu einer besseren Welt beitragen muss. Klingt nach Floskel, ich weiß. Aber die Umweltbedingungen gelten für konventionelle, genauso wie für Bio-Hühner. Derselbe Regen, dieselbe Luft. Und: Dasselbe Dioxin im Boden.
    Jeder sollte versuchen nicht zu missionieren, aber durch sein Handeln anderen Menschen ein gutes Vorbild zu sein und nicht generell jeden Teil seines Lebens in Frage zu stellen, aber sich durchaus selbstkritisch zu betrachten, ob man nicht das eine oder andere besser machen könnte.
    Der Weitblick und die Informationen aus objektiven Quellen sind hierbei natürlich unerlässlich!

    Und wer jetzt dieses Mal auch wieder von den Medien aufgeschreckt wurde und feststellt, dass er Veganer ist, kann sich wieder beruhigt zurücklehnen. Ich nicht. Aber der Weg dorthin ist ja auch schon mal nicht schlecht..

    Gruß
    Markus

  2. Sex Cams sagt:

    [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE]
    Es gibt Dinge, sich selbst und Dinge, die Sie lernen Lesen lernen. So oder so, Information ist Macht

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>