Dioxin nicht bei uns

Liebe Kunden/innen

Der aktuelle Dioxinskandal betrifft zum Glück nur den konventionellen Landbau. Biobetriebe sind bisher nicht betroffen. Trotzdem hier einige Erklärungen zur Fütterung von Biogeflügel und zu den Maßnahmen zur Risikovorsorge in unserem Betrieb.

Dioxinskandale der letzten Jahre  haben gezeigt, dass sehr wohl auch der biologische Landbau davon betroffen sein kann. Vor zwei Jahren war Biomais aus der Ukraine, der für deutsches Biofutter vorgesehen war davon betroffen und vor ca. 4 Jahren Biogetreide aus den neuen Bundesländern. Bei beiden Vorgängen wurde das Biogetreide bzw. der Biomais allerdings nicht bei der Erzeugung mit Dioxin kontaminiert sondern immer jeweils im Lager oder durch die Transportbehälter. Hier wurden das Lager bzw. die Transportbehälter nicht ausreichend gereinigt.

Das zeigt, dass wenn man auch im biologischen Landbau  nicht äußerst vorsichtig bei der Beschaffung von Futtermittel ist, nicht unbedingt auch vor solchen Kontaminationen sicher ist.

Sie werden sich jetzt bestimmt fragen, warum in ökologisch wirtschaftenden Betrieben überhaupt Futter zugekauft wird und warum das Futtergetreide nicht im eigenen Betrieb erzeugt wird. Speziell bei der Geflügelmast und bei der Legehennenhaltung kann man in der Regel kann man mit Getreide, Mais und Ackerbohnen keine Futtermittelmischungen herstellen die den Ansprüchen der Legehennenhaltung bzw. der Geflügelmast genügen. Das Verhältnis zwischen Eiweiß und Energie würde bei solchen Futtermischungen nicht den Bedürfnissen dieser Tiere entsprechen. Auch fehlen in den sonst üblichen Getreidearten einige Aminosäuren die für eine ausgeglichene Ernährung der Tiere notwendig sind. Deshalb kaufen alle Biobetriebe ein sogenanntes Ergänzungsfutter zu. Dieses Futter besteht hauptsächlich aus  Ölfrüchten wie Rapskuchen, Leinkuchen, Sesamkuchen. Dazu kommen Mineralfutter, Kalk und Maiskleber. Alle Komponenten dieses Ergänzungsfutters sind aus ökologischem Anbau. Zur Zeit allerdings der Maiskleber aus konventionellem Anbau. Sobald dieser wieder in ökologischer Qualität verfügbar ist wird er sofort anstatt des konventionellen erzeugten Maisklebers verwendet. Dieses Ergänzungsfutter wird mit einem Anteil von bis zu 25% der hofeigenen Getreidemischung beigemengt.

Wir auf unserem Berieb verwenden  für unser Mastgeflügel auch dieses Ergänzungsfutter. Biolandbetriebe dürfen zusätzlich und grundsätzlich nur von Bioland zugelassenen Futtermittelhersteller ein solches Ergänzungsfutter zukaufen. Diese Futtermittelhersteller werden von Bioland kontrolliert.

Da grundsätzlich jeder Zukauf von außen das Risiko einer Verunreinigung  darstellt, haben wir sowohl für unseren Landwirtschaftlichen Betrieb als auch für unser Gemüseabo (unseren Lieferservice) folgende Grundsätze.

Wir erzeugen so viel wie möglich auf unserem eigenen Betrieb.

Wir kaufen nur von Verbands-Zertifizierten Erzeugern Händlern und Hersteller.

Wir wechseln nicht kurzfristig unsere Geschäftsbeziehungen sondern versuchen langjährige Verbindungen aufzubauen.

Wir besuchen mindestens einmal pro Jahr die Betriebe, die mit uns zusammenarbeiten, persönlich.

Gemüse und Obst welches wir nicht direkt von Erzeugern zukaufen beziehen wir ausschließlich von der Fa. Ecofit. Die Fa. Ecofit lässt regelmäßig Rückstandsuntersuchungen machen.

Unsere Eier beziehen wir von Marina Mast und Martin Häring. Beide sind ehemalige Kommilitonen von mir. Schon seit über 20 Jahren beschäftigen sich Martina und Martin mit der Legehennenhaltung. Man kann sie in dieser Hinsicht wirklich als die Pioniere der biologischen Hühnerhaltung bezeichnen. Martina und Martin bauen das Futter für Ihre Legehennen selbst an, aber auch sie müssen wie oben beschrieben Ergänzungsfutter einsetzen.

Bisher war unsere Strategie in dieser Hinsicht erfolgreich. Weder Martina Mast und Martin Häring noch eine anderer Betrieb von welchem wir Ware zukaufen waren in der Vergangenheit von Skandalen betroffen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Braun

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