Jahresrundbrief 2010

Liebe Kunden/innen

Kein Jahr ist wie das vorherige, oder wie irgend ein anderes Jahr zuvor. Dieses Jahr, das nun auch bald unser vorheriges ist, war ein gutes Jahr. Und dies bemerke ich jetzt um so mehr, wenn ich zurückblicke und bedenke mit welcher Ungewissheit wir dieses Jahr begannen. Noch vor einigen Monaten hatte uns die Wirtschaftskrise fest im Griff biss sie dann Mitte des Jahres urplötzlich von uns abließ, und heute muss schon Mancher die Bedeutung dieses Wortes wieder im Lexikon nachschlagen. Ich bin mir allerdings sicher, diese Krise ist noch lange nicht vorbei. Noch immer öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich, nicht nur zwischen der 1.Welt und der 3. Welt, sondern auch in unserem Land. So lange der Zustand anhält, daß sich zu viel Geld sich in den Händen weniger befindet, für dessen Zinsen und Zinseszinsen zu viele arbeiten müssen, wird uns die Krise begleiten.
An dieser Stelle muss ich ein ganz großes Danke los werden, ein Danke an Sie, unsere Kunden, dass Sie uns auch in bestimmt für Sie schwierigen Zeiten die Treue gehalten haben.

Im Ackerbau und im Gemüsebau mussten wir dieses Jahr kämpfen. Das Jahr war nicht immer ganz einfach. Im Frühjahr die langen kalten Tage und Nächte bis weit in den März hinein. Da bangten wir manche Nacht, ob Dill, Kerbel und Salat den Frost übersteht. Dann war es sehr lange sehr Nass. Eine alte Bauernweisheit lautet:
In einem trockenen Jahr geht kein Bauer kaputt, aber sehr wohl in einem nassen Jahr. Für die Unkrautbekämpfung im biologischen Landbau ist es wichtig, vor der Aussaat der Hauptkulturen die Felder nach dem Keimen der Unkräuter mehrere mal abzueggen. Durch diese Maßnahme kann man den Unkrautdruck enorm reduzieren. Diese Maßnahme konnten wir in diesem Frühjahr nicht durchführen. Deshalb mussten wir auch so manche Kultur die wir im Frühjahr ausgesät haben auch wieder umbrechen da das Unkraut schneller war als die Kulturpflanze.. Dafür hatten wir die Gewächshauskulturen, wie Tomaten und Gurken hervorragend im Griff. Kein Pilzbefall, keine Schädlinge und eine lange Kulturdauer. Auch unsere Herbstkulturen (Kürbisse, Freilandpaprika Spinat) entwickelten sich dann trotz des verregneten Spätsommers hervorragend. Für unsere Getreideernte sah es am Anfang des Sommers noch sehr gut aus, doch dann kam der Regen und dieser Regen wollte einfach nicht wieder gehen. Normalerweise sind wir mit der Getreideernte oft schon Ende Juli fertig. Dieses Jahr dauerte sie aber bis fast Ende August, da es nur an sehr wenigen Tage möglich war ausreichend trockenes Getreide zu ernten.

Unser Freilandgeflügel entwickelte sich in diesem Jahr prächtig. Wir hatten  in diesem Jahr zum Schutz der Tiere vor schlechtem Wetter und vor Greifvögel einen Teil der Weiden mit Mais bepflanzt. Diese Maßnahme hat sich hervorragend bewährt. Im nächsten Jahr werden wir  einen weiteren Teil unserer Flächen mit schnellwachsenden Energiewäldern belegen um den Tieren einen noch besseren Schutz zu bieten. In diesem Bereich müssen wir sehr viel ausprobieren. Es ist nun mal so, dass nur sehr wenige Betriebe Mastgeflügel im Freiland halten, daher ist auch noch sehr wenig Wissen vorhanden, und der Erfahrungsaustausch auf wenige Teilnehmer beschränkt. Auch die Forschung und die Wissenschaft tut sich schwer mit diesem Thema.

Im nächsten Jahr wollen wir endlich unsere Packhalle erweitern. Seit zwei Jahren beschäftigen  wir uns mit diesem Thema, heute sind wir froh nicht früher gebaut zu haben, denn lange Planungsphasen, so habe ich festgestellt, haben den Vorteil, dass das Ergebnis den Vorstellungen die man von einem solchen Projekt hat, sehr nahe kommt.

Statt unserem Hoffest, das wir bisher alle zwei bis drei Jahre Sonntags machten, veranstalteten wir in diesem Jahr zwei Hofinformationstage am Samstag. Wir werden im nächsten Jahr drei Termine für Sie anbieten.

Ein tiefer Einschnitt war Mitte des Jahres der Tod von Erich Braun. Zusammen mit seiner Frau Elisabeth hat der unseren Hof gegründet und vor fast 40 Jahren auf den ökologischen Landbau umgestellt. Wir sind dankbar, daß er so mutig und so unbekümmert diesen Weg gegangen ist. Er ist und bleibt ein Vorbild für uns.

In der Weihnachtswoche bekommen Sie Ihre Lieferung einen Tag früher als üblich. Die Montagstouren werden am Samstag zuvor ausgefahren. Sollten sie in dieser Woche auch Geflügelfleisch bekommen, beachten sie bitte, dass sie das Geflügelfleisch nicht länger als drei Tage im Kühlschrank aufbewahren. Die haushaltsüblichen Kühlschränke sind in der Regel zu warm für eine längere Haltbarkeit. Dann ist es besser das Fleisch kurzzeitig einzufrieren.

Nach Weihnachten machen wir zwei Wochen Betriebsferien. Ab dem 10 Januar 2010 werden wir Sie wieder beliefern. Alle Kunden die Ihre Abos 14-tägig erhalten und in der Weihnachtswoche zum letzten Mal in diesem Jahr beliefert werden, bekommen Ihre Lieferungen aber erst ab dem 17.012011. Wenn  wir schon ab dem 10.01.2011 liefern sollen, lassen Sie uns das bitte wissen.

Statt eines Weihnachtsgeschenkes spenden wir wie jedes Jahr einen entsprechenden Betrag an terre des homes.

Bei aller Ungewissheit freuen wir uns nun auf das Neue Jahr, denn genau diese Ungewissheit mit ihren täglichen Überraschungen macht unser Leben spannend und schön.

Wir wünschen Ihnen, Ihren Familien, und Ihren Freunden, ein schönes und im wahrsten Sinne friedliches Weihnachtsfest und viel Gesundheit und Wohlbefinden im neuen  Jahr.

Michael Braun

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Eine Antwort auf Jahresrundbrief 2010

  1. Margrit Veigel sagt:

    Ich habe auf den Jahresrundbrief unter Wochenbrief 44 geschrieben, ob das noch gelesen wird?
    Wär schön!
    Margrit Veigel

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