Wochenbrief KW 41 2010

Liebe Kunden/innen.

Da das Leben nicht nur ein Biohof ist, beobachten auch wir aus Vaihingen an der Enz die Proteste gegen Stuttgart 21 ganz genau.

Vor über 20 Jahren hat es in Vaihingen eine große Protestbewegung gegen die Neubaustrecke Mannheim-Stuttgart  und den Bahnhofneubau in Vaihingen gegeben. Auch ich war seinerzeit ein Gegner dieses Projektes.

Heute, mehr als 2 Jahrzehnte später, freuen sich alle Vaihinger über diese Bahnstrecke und über den Bahnhof. Auch dank des Verhandlungsgeschick des damaligen Vaihinger OB wurde der größte Teil der Neubaustrecke, die über die Vaihinger Markung läuft, in Tunnels versteckt.   In 15 Minuten ist man heute mit der Bahn in Stuttgart und weil auch  ICEs in Vaihingen halten hat man von Vaihingen aus eine gute Verbindung in viele Städte.  Vaihingen hat durch diesen Bahnhofsneubau und durch die Neubaustrecke zweifellos an Attraktivität  gewonnen. So gesehen stehe ich den Demonstrationen gegen Stuttgart 21 skeptisch gegenüber, während meine Frau, trotz der positiven Entwicklung in Vaihingen, aktiv die Protestbewegung bei den Demonstrationen in Stuttgart begleitet. Sie sagt, wenn sich zwei um einen Kuchen streiten, darf der Stärkere während man sich darüber unterhält wer nun wie viel vom Kuchen bekommt, nicht vom Kuchen essen. Denn wenn vor dem Ergebnis der Verhandlung  der Kuchen gegessen ist macht eine Unterhaltung über die Verteilung keinen Sinn. Da hat sie aber so was von Recht, denn obwohl ich, wie schon erwähnt,  kein Gegner von Stuttgart 21 bin, hat auch mich in den letzten Wochen die Arroganz der Mächtigen erschreckt. Soviel aus Vaihingen zu Stuttgart 21, jetzt geht’s aber wieder auf den Biohof:

Eine alte Gärtnerweisheit lautet: „em Gwäxhaus darf koi gschpannte Luft sei“, das heißt Übersetzt: lüften lüften lüften. Obwohl die Temperaturen nachts sich schon nahe dem Gefrierpunkt bewegen, sind die Lüftungsklappen in unseren Gewächshäusern bei Feldsalat, Postelein und Endivie Tag und Nacht offen um den Pilzkrankheiten, wie dem Echten und dem Falschen Mehltau, vorzubeugen. Bei Paprika und Tomaten hingegen stellen wir den Temperaturregler der Lüftung so ein, dass wir noch ein wenig der Wärme des Tages in die Nacht hinüberretten können um die Abreife der Früchte dieser Pflanzen etwas zu beschleunigen, denn jetzt zum Ende der Kulturen schadet auch ein Pilzbefall den Pflanzen bzw. dem Ertrag dieser Pflanzen nicht mehr. Nächste Woche werden wir voraussichtlich die letzten Tomaten in diesem Jahr ernten. Wenn es nicht zu kalt wird kann vielleicht in der darauffolgenden Woche noch etwas nachreifen. Dann ist aber für dieses Jahr wirklich Schluss mit unseren eigenen Tomaten. Gewächshauspaprika gibt es wahrscheinlich noch zwei Wochen.

Ansonsten bepflanzen wir nun jede Woche ein Haus mit Feldsalat.

Im Freiland nutzen wir das zur Zeit trockene Wetter für die Aussaat des Wintergetreides.

Nächste Woche ist in unseren Gemüsekisten der Kürbis Butternut, Endivie, Gewächshauspaprika, dazu ein wenig Peperoni und Tymian für die Kürbissuppe, und Lauch.

Die genau Zusammensetzung Ihrer Gemüse-, Obst- und Käsekiste können Sie im e-shop ab Donnerstag für die Folgewoche einsehen. Wählen Sie sich hierzu im Kundenzugang mit Ihrem Nachnamen als Namen und mit Ihrer Kundennummer als Passwort ein.

Wir wünschen Ihnen ein erholsames Wochenende

Michael Braun

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Eine Antwort auf Wochenbrief KW 41 2010

  1. Müller sagt:

    Bertolt Brecht schrieb nach der blutigen Niederschlagung des Aufstands von
    17.Juni 1953 folgendes Gedicht:
    Nach dem Aufstand des 17.Juni
    Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbands
    In der Stalinallee Flugblätter verteilen
    Auf denen zu lesen war, dass das Volk
    Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe
    Und es nur durch doppelte Arbeit
    Zurückerobern könne. Wäre es da
    Nicht doch einfacher, die Regierung
    Löste das Volk auf und
    Wählte ein anderes?

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